Einfach erklärt.

Was ist Flüssigboden und wo wird er
eingesetzt?

Flüssigboden – fachlich als ZFSV (zeitweise fließfähiger, selbstverdichtender Verfüllbaustoff) bezeichnet – ist ein innovativer Verfüllbaustoff für den Tiefbau. Er entsteht direkt vor Ort aus nur drei Komponenten: dem vorhandenen Aushubmaterial, Wasser und einem speziellen Compound als Bindemittel. Pumpbar, selbstverdichtend und nach kurzer Zeit tragfähig – ideal für Rohrgräben, Kabeltrassen und Baugruben.

Der Status Quo

So wird heute verfüllt - und woran es scheitert

Konventionelle Verfüllung im Tiefbau folgt einem fünfstufigen Prozess. Jede Stufe bringt ihre eigenen Schwachstellen mit sich.

Bagger hebt einen schmalen Graben auf einer Tiefbau-Baustelle aus – Schritt 1 der konventionellen Verfüllung: Bodenaushub und Grabenausbildung.
01
Schritt 01 · Oberflächenaufbruch & Bodenaushub
Situation
Die bestehende Oberfläche (z. B. Asphalt, Pflaster, Beton) wird geöffnet und der Boden anschließend bis zur geplanten Tiefe und Geometrie des Grabens bzw. der Baugrube ausgehoben.
!
Status quo
  • In häufigen Fällen wird nicht geeignneter Bodenaushub wird nicht genutzt, sondern abgefahren und deponiert
  • Kontaminierte Böden sind in der Entsorgung besonders teuer
Mit RMS Flüssigboden
Der Aushub wird vor Ort zu Flüssigboden aufbereitet und wiederverwendet.
  • Aushub muss nicht abgefahren und deponiert werden – selbst kontaminierte Böden können je nach Belastung häufig wieder eingebaut statt entsorgt werden
  • Weniger Primärrohstoffe nötig, da der vorhandene Boden zum Baustoff wird
01 / 05
02
Schritt 02 · Aushubabfuhr & Entsorgung
Situation
Der ausgehobene Boden wird verladen und mit LKWs von der Baustelle abgefahren. Je nach Bodenqualität erfolgt die Anlieferung an Deponien, Aufbereitungsanlagen oder Zwischenlager.
!
Status quo
  • Hoher LKW-Verkehr für den Abtransport
  • Hohe Entsorgungs- und Transportkosten – vor allem bei kontaminiertem Material
Mit RMS Flüssigboden
Da der Aushub vor Ort wiederverwendet wird, entfällt der Abtransport.
  • Deutlich reduzierter LKW-Verkehr für den Abtransport
  • Geringerer CO₂-Ausstoß und geringere Entsorgungs- und Transportkosten
02 / 05
Kipper liefert Sand, Kies und Verfüllgemisch als Fremdmaterial an die Baustelle – Schritt 3 der konventionellen Verfüllung im Tiefbau.
03
Schritt 03 · Fremdmaterial-Beschaffung
Situation
Für die Wiederverfüllung wird geeignetes Fremdmaterial (z. B. Sand, Kies oder Gemische) von externen Lieferanten beschafft und mit LKWs zur Baustelle transportiert.
!
Status quo
  • Zusätzliches Verfüllmaterial (Sand/Kies) muss extern beschafft werden
  • Hoher LKW-Verkehr für die Anlieferung
Mit RMS Flüssigboden
Flüssigboden ersetzt das angelieferte Fremdmaterial vollständig.
  • Kein externer Materialersatz (Sand/Kies) erforderlich → weniger Primärrohstoffe
  • Deutlich reduzierter LKW-Verkehr für die Anlieferung
03 / 05
Bauarbeiter verdichtet den eingebauten Boden mit einer Rüttelplatte – Schritt 5 der konventionellen Verfüllung: mechanische Bodenverdichtung.
04
Schritt 04 · Lagenweiser Einbau
Situation
Das angelieferte Verfüllmaterial wird abschnittsweise und lagenweise in den Graben eingebaut. Je nach Anforderung werden unterschiedliche Zonen hergestellt, die jeweils getrennt eingebaut werden müssen.
!
Status quo
  • Lagenweiser Einbau erfordert qualifiziertes Personal und zusätzliche Arbeitsabläufe je Zone (Rohrbettung, Seitenverfüllung, Abdeckung)
  • Verdichtung braucht Platz → breitere Gräben → mehr Material
  • Enge, verwinkelte oder tiefe Bereiche sind nur mit Sonderlogistik, Handarbeit oder Zusatzöffnungen erreichbar
Mit RMS Flüssigboden
Flüssigboden ist selbstverdichtend, fließfähig und pumpfähig.
  • Kein lagenweiser Einbau und keine mechanische Verdichtung notwendig (weniger Arbeitsschritte; bis zu 3× schnellerer Prozess)
  • Gräben können enger ausgehoben werden, weil kein Platz für Verdichtungsgeräte nötig ist
  • Einbau auch in engen, tiefen oder unzugänglichen Bereichen – geeignet für Schächte, Unterquerungen, Bestandsbauwerke und Hohlräume
  • Funktioniert auch bei hohem Grundwasser oder wassergefüllten Baugruben; wiederaushubfähig einstellbar
04 / 05
Lagenweiser Einbau des Verfüllmaterials im Graben mit Rüttelplatten – Schritt 4 der konventionellen Verfüllung: Einbau in mehreren Schichten.
05
Schritt 05 · Mechanische Verdichtung
Situation
Jede eingebaute Lage wird mechanisch verdichtet, bis die geforderte Dichte erreicht ist. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis das geplante Planum erreicht ist, das als Grundlage für den weiteren Aufbau dient.
!
Status quo
  • Verdichtungsarbeiten dauern lange → Baufortschritt wird gebremst
  • Verdichtungsgeräte erzeugen Lärm, Vibrationen und Beschwerden von Anwohnern; in sensiblen Stadtbereichen höheres Schadensrisiko an Gebäuden → Auflagen und Sperrzeiten
  • Während der Bauphase liegen Leitungen und Kabel im Verdichtungsbereich → häufige Beschädigungen trotz Vorsichtsmaßnahmen
  • Nach dem Bau führen ungleichmäßige Verdichtungen zu Setzungen; Hohlräume erzeugen Punktlasten auf der Leitung
  • Verdichtung ist in schwierigen Bereichen kaum möglich und fehleranfällig; bei hohem Grundwasser weicht die Grabensohle auf → Absenkung und Wasserhaltung nötig
Mit RMS Flüssigboden
Keine Verdichtungsgeräte in der Leitungs- und Verfüllzone; Flüssigboden ummantelt Leitungen homogen und hinterlässt keine Hohlräume.
  • Deutlich geringere bis gar keine Lärm- und Vibrationsimmissionen – besonders geeignet für innerstädtische, sensible oder bewohnte Bereiche; weniger Beschwerden, Auflagen und Sperrzeiten
  • Keine Punktlasten auf der Leitung; kein Verdichtungsdruck auf Rohre, Kabel oder Schächte
  • Kaum Setzungsrisiko und weniger Folgeschäden im Betrieb
  • Schnellere Wiederherstellung bis Planum, wodurch Folgewerke früher beginnen können
05 / 05

Definition

Was ist Flüssigboden (ZFSV)?

Vom Bodenaushub vor Ort zum tragfähigen Baustoff – in vier Aspekten erklärt.

ZFSV · Definition

RMS Flüssigboden bezeichnet zeitweise fließfähige, selbstverdichtende Verfüllbaustoffe (ZFSV) – sie verfüllen hohlraumfrei durch Fließen statt Verdichten.

Herstellung von RMS Flüssigboden: Bodenaushub wird im Mischer
   mit Bindemitteln zu fließfähigem ZFSV aufbereitet.01

Zusammensetzung & Herstellung

Vorhandener Bodenaushub wird mit Wasser und speziell abgestimmten Bindemitteln – den Compounds (Plastifizierer, Beschleuniger, Stabilisatoren) – zu einem temporär fließfähigen Baustoff aufbereitet.

Einbau von RMS Flüssigboden in einen tiefen Schacht – ZFSV
   verfüllt hohlraumfrei durch Fließen statt Verdichten.02

Einbau & Wirkprinzip

In der Fließphase füllt der Baustoff Hohl- und Zwischenräume vollständig aus. Nach einem definierten Zeitraum verfestigt er sich kontrolliert und erreicht dauerhaft die für den jeweiligen Anwendungsfall geforderten mechanischen und physikalischen Eigenschaften.

Selbstverdichtender RMS Flüssigboden 
  bei der Grabenverfüllung auf einer innerstädtischen Baustelle, ohne mechanische Verdichtung.03

Selbstverdichtung & Aushärtung

Der frisch hergestellte Flüssigboden wird in Graben oder Hohlraum eingebracht und verfüllt diesen gleichmäßig allein durch Fließen unter Schwerkraft – ganz ohne mechanische Verdichtung.

Einsatz von RMS Flüssigboden im Leitungsbau: 
  Rohrleitung im Verbaukasten wird homogen ummantelt – ohne Punktlasten.04

Typische Einsatzbereiche

Besonders dort, wo konventionelle Verfüllung schwer oder fehleranfällig ist – in engen Leitungszonen, schwer zugänglichen Bereichen oder bei komplexen Geometrien.

Eigenschaften & Vorteile von Flüssigboden

Drei Zutaten genügen: vorhandener Bodenaushub, Wasser und ein abgestimmtes Compound als Bindemittel. Daraus entsteht ein temporär fließfähiger Verfüllbaustoff (ZFSV) – pumpbar, selbstverdichtend und in seinen Eigenschaften gezielt einstellbar. Er füllt jeden Hohlraum von allein, härtet nach kurzer Zeit tragfähig und setzungssicher aus und macht Sand, Kies und mechanische Verdichtung überflüssig.

Wiederverwendung
von Aushub

Besteht überwiegend aus wiederverwertetem Aushubmaterial. Spart Primärressourcen und reduziert CO₂-Emissionen.

Mehr erfahren
Flüssigboden – Wiederverwendung von Aushubmaterial durch Vor-Ort-Aufbereitung zur ressourcenschonenden Grabenverfüllung

Schadstoff-immobilisierung

Bindet die im Boden vorhandenen Schadstoffe und erlaubt so eine Wiederverwendung gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Mehr erfahren
Schadstoffpartikel werden im Flüssigboden eingekapselt – Schadstoffimmobilisierung

Individuell einstellbar

Tragfähigkeit, Fließverhalten und Abbindezeit werden exakt auf die Anforderungen Ihres Projekts abgestimmt.

Mehr erfahren
Flüssigboden-Rezeptur im RMS Labor – individuelle Anpassung der Wärmeleitfähigkeit für Kabeltrassen und Erdkabel

Pumpbar

Der Flüssigboden kann effizient über Pumptechnik eingebracht werden. Perfekt für große Distanzen und schwer erreichbare Einbaustellen.

Mehr erfahren

Tragfähig

Die Tragfähigkeit kann individuell eingestellt werden. Perfekt beim Bau in Gebieten mit anspruchsvollen Bodenverhältnissen.

Mehr erfahren

Wärmeleitend

Der Boden eignet sich aufgrund seiner wärmeleitenden Eigenschaft zur Verfüllung um Erdkabel von Hochleistungstrassen.

Mehr erfahren

Spatenfest

Der Boden kann in seiner Dichte nach Wunsch eingestellt werden. So ist ein Ausbhub mit dem Spaten wieder möglich.

Mehr erfahren

Umweltkonform

Erfüllt die Forderungen des Umweltrechts in Bezug auf Boden-, Grundwasser- und Immissionsschutz

Mehr erfahren

Wo wird Flüssigboden eingebaut?

RMS Flüssigboden-Compound kommt überall dort zum Einsatz, wo klassisches Verfüllmaterial an seine Grenzen stößt.

Projektart

Gasleitungen umbauen oder sanieren
Kabel-und Leitungstrassen herstellen, umlegen oder erweitern
Fernwärmeleitungen oder andere wärmeführende Rohre herstellen oder erneuern
Trinkwasserleitungen herstellen oder erneuern
Hinter-und Rückverfüllung von Baugruben oder Bauwerken
Erdungsanlagen/Erdungsleiterherstellen oder sanieren

Kritische Anforderung

Gas muss im Fall eines Lecks aufsteigen und auffindbar sein.
Kabelerzeugen Wärme und brauchen eine thermisch leitfähige Bettung.
Temperaturwirkungen führen zu Dehnungen und Verschiebungen der Rohre.
Rohrleitungen müssen langfristig vor Korrosion geschützt sein.
Verdichtung im engen Raum ist schwierig; Bauwerk/Umfeld soll erschütterungsarm bleiben.
Der geforderte Erdungswiderstand muss erreicht werden – auch mit sandigen/trockenen Baustoff.

ZFSV-Zielparameter

ZFSV werden auf eine definierte Restporosität eingestellt, sodass Gas hindurchweichen kann.
ZFSV werden so eingestellt, dass sie eine niedrige thermische Resistivität besitzen und Kabelwärme gut ableiten (direkt oder im Schutzrohr).
ZFSV schafft eine glatte, homogene Bettung, in der sich Rohre thermisch bewegen können, ohne lokale Punktlasten.
ZFSV als Rohrummantelung schützt vor Korrosionen.
ZFSV sorgt für hohlraumfreie Verfüllung und verdichtet sich von selbst.
Der ZFSV schließt den Erdungsleiter vollflächig und hohlraumfrei ein und speichert das gemischte Wasser, wodurch der Boden leitfähig bleibt.

Technische Übersicht der Eigenschaften

Sie können diese Werte individuell für Ihr Bauvorhaben von uns einstellen lassen.

Eigenschaft

Rohdichte (nass/trocken)
Druckfestigkeit (28 d, gemäß DIN 18136)
Lösbarkeit (DIN 18300)
EV2-Wert (28 d, gemäß DIN 18134)
Wasserdurchlässigkeit (DIN 18310)
Umweltverträglichkeit

Typischer Bereich

1,6 – 2,1 kg/dm³
0,1 – 0,3 N/mm² - andere Einstellbar
Bodenklasse 3–5
> 45 MN/m²
10⁻⁵ – 10⁻¹⁰ m/s
Nachweis durch Gutachten und Analytik

Beratung und Bestellung

Kontakt

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen

Ob Baustoffe, Flüssigboden oder Bodenannahme 

- wir beraten Sie persönlich und kompetent.

E-Mail

Schreiben Sie uns eine Nachricht.
kontakt@rms-soil.de

WhatsApp

Schreiben Sie uns eine Nachricht.

Einfach anrufen

Wir sind Montag bis Freitag
zwischen 8 und 17 Uhr für Sie erreichbar.

Termin vereinbaren

Wenn Sie möchten, können wir uns auch persönlich oder per Online-Meeting treffen.